AKTUELLES

Die Berliner Weiterbildungstermine für 2018 finden Sie jetzt hier

Auffrischungs- und Supervisions-
wochenende
 jetzt jedes Jahr im Dezember

Artikel über unsere Arbeit

Neue Fachgruppe für Traumapädagogen / Traumafachberater in Berlin ab September 2017

 

 

 

Curriculum Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung

(zertifiziert durch die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) und den Fachverband Traumapädagogik, bisher BAG Traumapädagogik BAG-TP)

Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung will die individuelle und soziale
Stabilisierung ermöglichen: als Voraussetzung für eine angstfreie und sozial
integrierte Alltagsbewältigung und Grundlage jeder weiteren Traumaverarbeitung.
Sie findet z.B. in Beratungsstellen, Kliniken, Krisendiensten oder Frauenhäusern, in
Kinderheimen, Wohngruppen, Schulen oder Familienhilfe statt. Die Weiterbildung
vermittelt Skills für einen ressourcenorientierten Umgang in den häufig
geschlechts-, alters-, generationen- und kulturübergreifenden Settings bei meist
eingeschränkten zeitlichen Kapazitäten.

Zentrale Elemente im Überblick

  • Zertifikat "Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumafachberatung“ (institut berlin) durch die angeleitete Entwicklung eines traumsensiblen Projekts und dessen Vorstellung und Verschriftlichung innerhalb der Weiterbildung (keine weiteren Arbeiten, keine Zugangsvoraussetzungen oder Zusatzkosten)
  •  
  • erfüllt die Richtlinien der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie DeGPT/Fachverband Traumapädagogik (BAG-TP) (Abschlußzertifikat der Gesellschaft nach Einreichung zusätzlicher schriftlicher Arbeiten und bei Erfüllung der Zugangskriterien, s.u.)
  •  
  • Ressourcenorientierung durch hypno-systemische Grundlagen
  • Einbezug stabilisierender Körperorientierung
  • vereinfachte theoretische Modelle zur schnellen Orientierung und Weitergabe
  • Praxisorientierung mit Erprobung der Techniken innerhalb der Weiterbildung
  • Supervision und Peergruppenarbeit in die Weiterbildung integriert (kein zusätzlicher Zeitaufwand)

Die Techniken werden in Diskussion, Powerpoint/Video, Demonstrationen vorgestellt und in gemeinsamen Übungen miteinander erprobt. Die Übertragung auf den Berufsalltag wird durchgehend reflektiert und nachgebessert. Selbsterfahrung stellt ein wichtiges Mittel zum Erwerb der Anwendungssicherheit dar, die Bereitschaft hierzu wird vorausgesetzt. Eine settingspezifische Projektarbeit kann einzeln oder in Kleingruppen erarbeitet und im 6. Block vorgestellt und besprochen werden und ist die Voraussetzung für das Zertifikat „Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumafachberatung" von institut berlin sowie für ein eventuell beantragtes weiteres Zertifikat der Dachgesellschaften.

Block 1: Einführung in die Traumatheorie und Selbstfürsorge (3 Tage)

  • Grundlagen der Trauma- und Dissoziationstheorie
  • Neurosequentielle Entwicklung des Gehirns 
  • grundlegende Unterschiede in der Verarbeitung bei Kindern und Erwachsenen
  • Mono/Komplextraumatisierung/Entwicklungstraumata
  • Symptome und Diagnosen in unterschiedlichen Altersstufen
  • Normalisierungsintervention in Pädagogik und Beratung
  • Burnoutprophylaxe
  • Indirekte/Sekundäre Traumatisierung und Selbstfürsorge
  • Ressourcen mobilisieren und stabilisieren: Ressourcenbarometer
  • Dissoziationsstopps und Reorientierung: wieder auf den Boden kommen
  • Wohlfühlzustand in der Arbeit

Block 2: Stabilisierung; Teilearbeit und Inneres Kind (3 Tage)

  • Imaginationsübungen – Phantasie nutzbar machen!
    • Wohlfühlorte 
    • Zwischenlager für belastendes Material (Tresor)
    • Gefühlen einen guten Platz geben
  •  
  • Die Sicherheit der KlientInnen im jeweiligen Setting gewährleisten
  • Traumapädagogische Standards
  • Beratung/Therapie/Pädagogik – Unterschiede und Verbindungen
  • Rhythmisierung des Alltags
  • Ressourcenzoom und Lösungsorientierte Fragen: was habe ich schon geschafft?
  • Strukturelle Dissoziation und Ego-State-Modell
  • Teilearbeitsmodelle und innere Landschaften, Innere-Kind-Arbeit

Block 3: Supervision, Traumadynamiken und Storyboard (3 Tage)

  • Supervision der ersten Umsetzungen (Normalisierungserklärung, erste Stabilisierung, Selbstfürsorge), Praxistransfer
  • Traumadynamiken in Familie, Institution und Helfersystem: Das Traumviereck
  • Film und Bildschirm als Metapher zur Kontrolle von Traumainhalten in Pädagogik und Beratung 
    • Bildschirm als Flashback-Kontrolle und Ersatztresor
    • Arbeit mit dem Story-Board als Zeitlinienarbeit und zur Symptomreduzierung
  • Kurze Vorstellung therapeutischer Traumaverarbeitungsmethoden (z.B. EMDR, EFT, Brainspotting, stib)

Block 4: „Eltern“ und Kinder – Ressourcen finden und die Weitergabe von Traumatisierung verhindern (2 Tage)

  • Neurosequentielle Entwicklung - Folgen von Vernachlässigung und früher Traumatisierung
  • Nachnähren bei frühen Traumatisierungen
  • Intuitive „elterliche“ Kommunikation und deren Bedeutung für die Empathieentwicklung
  • Ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Bezugspersonen
  • Transgenerationale Traumatisierung, was passiert da? 
  • Was heißt das für den Kontakt mit Familien?
  • Stabilisierungsübungen für das Ordnen der Erfahrungen: Zeitlinie, Original-Fälschung, duale Wahrnehmung

Block 5: Trauma und System - Herkunftssysteme und interkulturelles Arbeiten (2 Tage)

  • Familien- und andere Herkunftssysteme
  • Loyalität und Zugehörigkeit
  • Ressourcengenogramm - wie kann ich mein Herkunftssystem nutzen?
  • Anhaltende Traumatisierung (z.B. durch Täterkontakt, begleiteten Umgang, drohende Abschiebung)
  • Kultur, Religion und Sprachen - Welche Kontexte prägen uns?
  • Kollektive Traumatisierung
  • Offenheit herstellen, Grenzen setzen - wo bin ich als HelferIn im System?
  • Interkulturelle Interventionen mit dem Lösungsportrait (MacLachlan)

Block 6: Projektvorstellung und Hilfe-/Beratungsplanung (2 Tage)

  • Projektvorstellungen
  • Verlaufs- und Hilfeplanung in Beratung und Pädagogik
  • Sinnvolle Formate von Fortbildungen
  • Neuerungen in Team und Umfeld
  • Was muss ich im System beachten? Welche Rolle nehme ich ein?

Block 7: Supervision, Rituale und Abschluss (2 Tage)

  • Abschließende Integration der Weiterbildungsinhalte in die alltägliche Beratungs- bzw. pädagogische Arbeit durch Supervision und Peergruppenarbeit
  • Rituale in der Arbeit mit traumatisierten Menschen
  • Abschluss und Übergänge
  • Aushändigung der Zertifikate von institut berlin und Teilnahmebescheinigungen

Supervision mit rollen- und aufgabenspezifischer Selbstreflexion

  • Das Curriculum beinhaltet 24 Unterrichtseinheiten Supervision, die sich aus supervidierter Kleingruppenarbeit und Fallsupervisionen im dritten und siebten Block zusammensetzt. Dadurch sind die Bedingungen der DeGPT/Fachverband Traumapädagogik (BAG-TP) erfüllt. Darüberhinaus findet eine Supervision der Projektvorstellungen in der Gesamtgruppe statt. 

Peer-Gruppen-Arbeit/Intervision

  • Parallel zur Supervision der einen Gruppe trifft sich die zweite Gruppe als Peer-Gruppe mit max. 9 TeilnehmerInnen.
  • Die Peer-Gruppen-Arbeit setzt sich zusammen aus der inhaltlichen
    Bearbeitung von Aufgaben, Reflexion und Austausch zur Verbesserung der Übertragung in den Arbeitsalltag.
  • Diese Zeit ist innerhalb der Seminarblöcke einberechnet und muss nicht extra eingeplant werden.

Zertifizierungsvoraussetzungen

Zertifikat "Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumafachberatung":
Voraussetzungen:

  1. Vorstellung eines Projektes, gerne auch zu zweit oder maximal dritt. Beispiele: Konzept für settingspezifische Stabilisierungsgruppen, zielgruppenspezifische Normalisierungserklärung, Selbstfürsorgestrategien, "Sicherheitskonzepte" für die Institution, ressourcenorientierte Neustrukturierung der Übergabe- oder Teamsitzungen, Vorstellung des Konzepts gegenüber Kooperationspartnern...
  2. Schriftliche Ausarbeitung des Projektes (5-10 Seiten)
  3. Die Eingangsqualifikation und Dauer der Arbeit im psychosozialen Bereich spielt keine Rolle.
  4. Dieses von institut berlin vergebene Zertifikat wird zu Ende des Curriculums ausgestellt, die schriftliche Ausarbeitung muss bis dahin vorliegen.

Zertifikat "Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung DeGPT/BAG-Traumapädagogik"

Für die Zertifizierung nach den Empfehlungen der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik (bisher BAG Traumapädagogik) sind die folgenden Zugangsbedingungen zu erfüllen: 

  • Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z. B. Dipl.-PsychologInnen und ÄrztInnen ohne psychotherapeutische Approbation, Dipl.-PädagogInnen, Dipl.-SozialarbeiterInnen und Dipl.-SozialpädagogInnen, Dipl.-HeilpädagogInnen, BeratungslehrerInnen, Dipl.-TheologInnen, Dipl.-SoziologInnen, oder analoge Abschlüsse (BA, MA), oder abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen)
  • Gefordert ist des weiteren eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen.
  • Als Voraussetzung für die Zertifizierung durch die DeGPT/Fachverband TP sind wahlweise drei Fallvorstellungen des Supervisanden erforderlich (zwei davon mündlich und schriftlich, einer rein schriftlich) oder ein Fall und eine Projektvorstellung (beides jeweils mündlich und schriftlich)
  • Mindestens eine Fallvorstellung des Supervisanden ist durch ein Originaldokument zu belegen (z. B. Fotos von Arbeiten der Klienten oder Flipcharts, Zeichnungen, Tagebuchnotizen, emails der Klientin, Video- oder Tonbandaufnahme o. ä.)
  • Die Unterlagen müssen bis spätestens drei Monate nach Beendigung der Weiterbildung eingereicht sein, die Zugangsvoraussetzungen müssen bei Einreichung aller Unterlagen erfüllt sein. 

  • Für das Zertifikat "Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung nach den Empfehlungen der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik" (bisher BAG Traumapädagogik) benötigen Sie 24 Unterrichtseinheiten (45 Min.) Supervision eigener Fälle in Gruppen mit maximal 9 Personen.
    Diese Einheiten sind Teil des Curriculums und müssen nicht zusätzlich gebucht werden.

  • Alle Voraussetzungen werden im Seminar geklärt und Informations- sowie Anschauungsmaterial ausgegeben.

 

Im Frühjahr 2017 werden neue Richtlinien der DeGPT/des Fachverbandes Traumapädagogik (BAG-Traumapädagogik) verabschiedet, die in 2018 in Kraft treten. Es ist von einer Erweiterung des Umfangs auf 150 Unterrichtseinheiten und einer damit verbundenen Vertiefung von Traumapädagogik bzw Traumafachberatung auszugehen. 
 
Alle Curricula, die in 2017 beginnen, können noch nach den geltenden Richtlinien abgeschlossen werden. 
Eine Zertifizierung nach den momentan geltenden Richtlinien ist nach Einreichung der erforderlichen Unterlagen und bei Erfüllung der Zugangsvoraussetzungen der DeGPT/BAG-TP (vgl. www.degpt.de) also auch in 2018 möglich, wobei die Einreichung dann zeitnah erfolgen muss. 

Fachliche Leitung

Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.

Konzeption

Lydia Hantke, Dipl. Psych.

DozentInnen / SupervisorInnen

Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.
Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Iris Walden, Dipl. Soz. Päd.
Britta Woltereck, Dipl. Supervisorin, Päd.MA
Ute Zillig, Dipl. Soz. Päd.

Orte und Zeiten

hier finden Sie die Seminarreihen im Überblick

Fördermöglichkeiten

In den verschiedenen Bundesländern existieren Fördermaßnahmen, die teilweise bis zu 80% der Kosten übernehmen. In Brandenburg ist die lasa damit betraut, in Sachsen die SAB. Weitere Informationen erhalten Sie über die Bildungsministerien der Länder.

Die Bedingungen der Bildungsprämie haben sich leider geändert und nur noch für Weiterbildungen anwendbar, die maximal 1000 Euro kosten, somit nur noch für Stib gültig. Die Ausstellung von Teilrechnungen ist leider inzwischen ausdrücklich untersagt.