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Stellenausschreibung: Trauma-Päd. Fachkraft Hildesheim

Neue Fachgruppe für Traumapädagogen / Traumafachberater in Berlin ab September 2017

 

 

 

Grundlagen-Curriculum Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung

(zertifiziert durch die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie DeGPT und den Fachverband (vormals BAG) Traumapädagogik)

Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung ermöglicht eine alltagsbezogene individuelle und soziale Stabilisierung. Diese ist eine Voraussetzung für eine angstfreie und sozial integrierte Alltagsbewältigung und Grundlage jeder weiteren Traumaverarbeitung. Die Weiterbildung vermittelt Skills für einen ressourcenorientierten Umgang im alters-, generationen- und kulturübergreifenden Setting.

  • integriert Erkenntnisse und Bewährtes aus 16 Jahren Weiterbildungsarbeit in beratenden und pädagogischen Kontexten
  • interdisziplinärer Austausch für gemeinsames Verstehen im psychosozialen Feld 
  • Ressourcenorientierung durch hypno-systemische Grundlagen
  • Einbezug stabilisierender Körperorientierung
  • vereinfachte theoretische Modelle zur schnellen Orientierung und Weitergabe
  • Einbezug von Gender-, Kontext- und Kultursensibilität
  • Praxisorientierung mit Erprobung der Techniken innerhalb der Weiterbildung
  • Supervision und Peergruppenarbeit in die Weiterbildung integriert (kein zusätzlicher Zeitaufwand), die Supervision fokussiert das jeweilige Arbeitsgebiet und berufliche Hintergründe der Teilnehmer*innen

Die Techniken werden in Diskussion, Powerpoint/Video, Demonstrationen vorgestellt und in gemeinsamen Übungen miteinander erprobt. Die Übertragung auf den Berufsalltag wird durchgehend reflektiert und nachgebessert. Selbsterfahrung stellt ein wichtiges Mittel zum Erwerb der Anwendungssicherheit dar, die Bereitschaft hierzu wird vorausgesetzt. 

Die Weiterbildung umfasst 136 Unterrichtseinheiten an 17 Weiterbildungstagen und beinhaltet 24 Einheiten Supervision sowie 16 Unterrichtseinheiten Beratungsplanung und Projektevaluation. Eine Buchung einzelner Seminare ist nicht möglich.

Die Teilnahme an diesem Curriculum kann mit dem Zertifikat "Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung“ von institut berlin abgeschlossen werden, wenn Sie im Verlauf der Weiterbildung ein traumasensibles Projekt für Ihr Setting entwickeln, ausarbeiten und vorstellen. Die Ausarbeitung wird im Curriculum angeleitet. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten. 

Dozent*innen/Supervisor*innen:

Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.
Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Britta Woltereck, Dipl. Supervisorin, Päd.MA
Dr. Ute Zillig, Dipl.Sozpäd.

Inhalte der einzelnen Blöcke:

Block 1: Einführung in die Traumatheorie und Selbstfürsorge (3 Tage)

  • Grundlagen der Trauma- und Dissoziationstheorie
  • Neurosequentielle Entwicklung des Gehirns 
  • grundlegende Unterschiede in der Verarbeitung bei Kindern und Erwachsenen
  • Mono/Komplextraumatisierung/Entwicklungstraumata
  • Symptome und Diagnosen in unterschiedlichen Altersstufen
  • Normalisierungsintervention in Pädagogik und Beratung
  • Burnoutprophylaxe
  • Indirekte/Sekundäre Traumatisierung und Selbstfürsorge
  • Ressourcen mobilisieren und stabilisieren: Ressourcenbarometer
  • Dissoziationsstopps und Reorientierung: wieder auf den Boden kommen
  • Wohlfühlzustand in der Arbeit

Block 2: Stabilisierung; Teilearbeit und Inneres Kind (3 Tage)

  • Imaginationsübungen – Phantasie nutzbar machen!
    •  Wohlfühlorte 
    •  Zwischenlager für belastendes Material (Tresor)
    •  Gefühlen einen guten Platz geben 
  • Die Sicherheit der KlientInnen im jeweiligen Setting gewährleisten
  • Traumapädagogische Standards
  • Beratung/Therapie/Pädagogik – Unterschiede und Verbindungen
  • Rhythmisierung des Alltags
  • Ressourcenzoom und Lösungsorientierte Fragen: was habe ich schon geschafft?
  • Strukturelle Dissoziation und Ego-State-Modell
  • Teilearbeitsmodelle und innere Landschaften, Innere-Kind-Arbeit

Block 3: Supervision, Traumadynamiken und Storyboard (3 Tage)

  • Supervision der ersten Umsetzungen (Normalisierungserklärung, erste Stabilisierung, Selbstfürsorge), Praxistransfer
  • Traumadynamiken in Familie, Institution und Helfersystem: Das Traumviereck
  • Film und Bildschirm als Metapher zur Kontrolle von Traumainhalten in Pädagogik und Beratung 
    • Bildschirm als Flashback-Kontrolle und Ersatztresor
    • Arbeit mit dem Story-Board als Zeitlinienarbeit und zur Symptomreduzierung
  • Kurze Vorstellung therapeutischer Traumaverarbeitungsmethoden (z.B. EMDR, EFT, Brainspotting, stib)

Block 4: „Eltern“ und Kinder – Ressourcen finden und die Weitergabe von Traumatisierung verhindern (2 Tage)

  • Neurosequentielle Entwicklung - Folgen von Vernachlässigung und früher Traumatisierung
  • Nachnähren bei frühen Traumatisierungen
  • Intuitive „elterliche“ Kommunikation und deren Bedeutung für die Empathieentwicklung
  • Ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Bezugspersonen
  • Transgenerationale Traumatisierung, was passiert da? 
  • Was heißt das für den Kontakt mit Familien?
  • Stabilisierungsübungen für das Ordnen der Erfahrungen: Zeitlinie, Original-Fälschung, duale Wahrnehmung

Block 5: Trauma und System - Herkunftssysteme und interkulturelles Arbeiten (2 Tage)

  • Familien- und andere Herkunftssysteme
  • Loyalität und Zugehörigkeit
  • Ressourcengenogramm - wie kann ich mein Herkunftssystem nutzen?
  • Anhaltende Traumatisierung (z.B. durch Täterkontakt, begleiteten Umgang, drohende Abschiebung)
  • Kultur, Religion und Sprachen - Welche Kontexte prägen uns?
  • Kollektive Traumatisierung
  • Offenheit herstellen, Grenzen setzen - wo bin ich als HelferIn im System?
  • Interkulturelle Interventionen mit dem Lösungsportrait (MacLachlan)

Block 6: Projektvorstellung und Hilfe-/Beratungsplanung (2 Tage)

  • Projektvorstellungen
  • Verlaufs- und Hilfeplanung in Beratung und Pädagogik
  • Sinnvolle Formate von Fortbildungen
  • Neuerungen in Team und Umfeld
  • Was muss ich im System beachten? Welche Rolle nehme ich ein?

Block 7: Supervision, Rituale und Abschluss (2 Tage)

  • Abschließende Integration der Weiterbildungsinhalte in die alltägliche Beratungs- bzw. pädagogische Arbeit durch Supervision und Peergruppenarbeit
  • Rituale in der Arbeit mit traumatisierten Menschen
  • Abschluss und Übergänge
  • Aushändigung der Zertifikate von institut berlin und Teilnahmebescheinigungen

Peer-Gruppen-Arbeit/Intervision

  • Parallel zur Supervision der einen Gruppe trifft sich die zweite Gruppe als Peer-Gruppe mit max. 9 TeilnehmerInnen.
  • Die Peer-Gruppen-Arbeit setzt sich zusammen aus der inhaltlichen
    Bearbeitung von Aufgaben, Reflexion und Austausch zur Verbesserung der Übertragung in den Arbeitsalltag.
  • Diese Zeit ist innerhalb der Seminarblöcke einberechnet und muss nicht extra eingeplant werden.

Supervision mit rollen- und aufgabenspezifischer Selbstreflexion

  • Das Curriculum beinhaltet 24 Unterrichtseinheiten Supervision, die sich aus supervidierter Kleingruppenarbeit und Fallsupervisionen im dritten und siebten Block zusammensetzt. Dadurch sind die Bedingungen der DeGPT/Fachverband Traumapädagogik (BAG-TP) erfüllt. Darüberhinaus findet eine Supervision der Projektvorstellungen in der Gesamtgruppe statt. 

Zertifizierung

Zertifikat "Ressourcenorientierte Traumapädagogik/Traumafachberatung" (institut berlin)
Voraussetzungen:

  1. Vorstellung eines settingspezifischen, traumasensiblen Projektes im 6. Block, gerne auch zu zweit oder maximal dritt. Beispiele: Konzept für settingspezifische Stabilisierungsgruppen, zielgruppenspezifische Normalisierungserklärung, Selbstfürsorgestrategien, "Sicherheitskonzepte" für die Institution, ressourcenorientierte Neustrukturierung der Übergabe- oder Teamsitzungen, Vorstellung des Konzepts gegenüber Kooperationspartnern...
  2. Schriftliche Ausarbeitung des Projektes (5-10 Seiten)
  3. Die Eingangsqualifikation und Dauer der Arbeit im psychosozialen Bereich spielt keine Rolle. Uns ist wichtig, dass Sie in psychosozialen Feldern arbeiten und dort einen traumasensiblen Ansatz vertreten
  4. Dieses von institut berlin vergebene Zertifikat wird zu Ende des Curriculums ausgestellt, die schriftliche Ausarbeitung muss bis dahin vorliegen

Zertifikat "Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung" (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik)

Wenn Sie eine Zertifizierung nach den neuen Richtlinien von DeGPT und Fachverband Traumapädagogik anstreben, belegen Sie bitte zusätzlich zum Grundlagen-Curriculum mindestens ein Aufbauseminar mit einer Vertiefung in Traumapädagogik oder Traumazentrierter Fachberatung. Es umfasst 24 UE an drei Tagen und bildet zusammen mit dem Grundlagencurriculum die Voraussetzung für eine Beantragung des Zertifikats der Dachgesellschaften. Für das Zertifikat sind zusätzlich Falldokumentationen als schriftliche Arbeit zu erbringen, für Durchsicht und Supervision der Falldarstellungen fallen bei Beantragung Kosten in Höhe von 150 Euro an.
Sie erhalten dann das Zertifikat „Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik)“ bzw. das Zertifikat „Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik)“. 
Wenn Sie beide Schwerpunkte belegen möchten, wird Ihnen auch dies bescheinigt (die Kosten in Höhe von 150€ fallen nur einmal an). Es können beliebig viele Seminare belegt werden, für die Zertifizierung ist nur eines vonnöten.
Ein Zertifikat ohne Schwerpunktsetzung gibt es vonseiten der DEGPT/Fachverband (vormals BAG) Traumapädagogik nicht mehr.


Für die Zertifizierung nach den Empfehlungen der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik (bisher BAG Traumapädagogik) sind die folgenden Voraussetzungen zu erfüllen: 

Zertifizierungsvoraussetzungen in Deutschland:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung (Fachschulen) sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufe (insbesondere ErzieherInnen, Pflegefachkräfte, Hebammen, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen o.Ä.) oder Hochschul- und FachhochschulabsolventInnen mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z.B. Dipl.-PsychologInnen und ÄrztInnen, Dipl.-PädagogInnen, Dipl.-SozialarbeiterInnen und Dipl.-SozialpädagogInnen, Dipl.-HeilpädagogInnen, Sonder-PädagogInnen, LehrerInnen, Dipl.-TheologInnen, Dipl.-SoziologInnen oder analoge Abschlüsse (BA, MA).
  • Mindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und Anerkennungsjahre).

  • Als Voraussetzung für die Zertifizierung durch die DeGPT/Fachverband TP sind wahlweise drei Fallvorstellungen des Supervisanden erforderlich (zwei davon mündlich und schriftlich, einer rein schriftlich) oder ein Fall und eine Projektvorstellung (beides jeweils mündlich und schriftlich)
  • Mindestens eine Fallvorstellung des Supervisanden ist durch ein Originaldokument zu belegen (z. B. Fotos von Arbeiten der Klienten oder Flipcharts, Zeichnungen, Tagebuchnotizen, emails der Klientin, Video- oder Tonbandaufnahme o. ä.)
  • Die Unterlagen sollten bis spätestens drei Monate nach Beendigung der Weiterbildung eingereicht sein, die Zugangsvoraussetzungen müssen bei Einreichung aller Unterlagen erfüllt sein.
  • Alle Voraussetzungen werden im Seminar geklärt und Informations- sowie Anschauungsmaterial ausgegeben.
  • Weitere Informationen zum Zertifikat von DeGPT und Fachverband Traumapädagogik finden Sie unter www.degpt.de bzw. hier.

Fachliche Leitung

Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.

Konzeption

Lydia Hantke, Dipl. Psych.

Dozent*innen / Supervisor*innen

Hans-Joachim Görges, Dipl. Psych.
Lydia Hantke, Dipl. Psych.
Britta Woltereck, Dipl. Supervisorin, Päd.MA
Ute Zillig, Dipl. Soz. Päd.

Orte und Zeiten

hier finden Sie die Seminarreihen im Überblick

Überblick Curriculum

Alles Wichtige auf einen Blick: 

Fördermöglichkeiten

In den verschiedenen Bundesländern existieren Fördermaßnahmen, die teilweise bis zu 80% der Kosten übernehmen. In Brandenburg ist die lasa damit betraut, in Sachsen die SAB. Weitere Informationen erhalten Sie über die Bildungsministerien der Länder.

Seit 1.7.2017 kann auch für unser Curriculum wieder eine Bildungsprämie (Zuschuss von 500 € zu den Weiterbildungskosten) beantragt werden.

  

für die Zertifizierung von DeGPT/Fachverband (vormals BAG) Traumapädagogik siehe auch Aufbauseminare